Monday, November 16, 2009

Babytour

Ich hab jetzt endlich meinen Urlaub geplant, den ich vor Jahresende noch verbraten muss: ein kleiner Trip einmal längs durch Europa, von London über Paris nach Nice. Unterwegs werde ich vier neue Babies anschauen, hoffentlich ein bisschen Weihnachtsshopping betreiben, und vielleicht sogar ein bisschen Sonne sehen? Der Rest des Jahres geht dann ja erfahrungsgemäss immer schnell vorbei---ich glaube, ich habe auch schon nur noch ein einziges Wochenende nicht verplant.

Ausserdem waren wir am Wochenende beim Internationalen Chorwettbewerb in Sligo, der leider nicht so arg international war; drei Chöre aus Nordirland, einer aus Kempten, und alle anderen waren irisch. Aber der internationale Wettbewerb hat Spass gemacht, mit sehr guter Musik und schönem Gesang, und obendrein haben wir Glück gehabt und gewonnen! Gut gefeiert haben wir natürlich auch, ich muss mich noch ein bisschen erholen.

Friday, October 30, 2009

The Lord of Hosts

Nett war's am Wochenende in Karlsruhe, mit meiner unerwarteten Singerei im CoroPiccolo-Messias. Danke Ulf für deine Noten, und schade, dass du krank warst---ich hätte auch bereitwillig nur im Publikum gesessen. Am Dienstag, wieder hier bei der Arbeit, fiel mir dann auf, dass ich wohl fast nur auf Adrenalin gelaufen war seit Samstag, als ich nämlich am Nachmittag Schwierigkeiten hatte, meine Augen offen zu halten. Heute war's aber schon besser. Jetzt freue ich mich auf ein Wochenende zu Hause, endlich mal wieder, mit wahrscheinlich ein paar Stunden Aufnahme für ein Weihnachtsprojekt eines lokalen Künstlers.

Und für diejenigen unter euch, die sich für englische Akzente interessieren: Amy Walker's 21 Accents ist ziemlich klasse.

Thursday, October 22, 2009

Schwesterei

From Trim mit Karo

Mein Schwesterherz war zu Besuch! Gleich am Tag, nachdem Ulf über Nacht hier war, ist Karoschwester am Donnerstag Abend hier aufgeschlagen für ein paar Tage, um mal wieder ein bisschen grüne Wiesen und Regen zu sehen. Leider hat sie eine fette Erkältung mitgebracht, die ich jetzt wahrscheinlich selbst am kommenden Wochenende so richtig ausleben darf, aber bis jetzt geht's noch einigermassen.

Am Samstag waren wir zusammen in Howth, Robben und Klippen und Pubs anschauen, bei strahlendem Sonnenschein. Bisschen blöd, dass Karo ihren Fotoapparat vergessen hatte und ich keine Batterien mehr hatte, drum keine Bilder.
From Trim mit Karo

Bilder gibt's darum aus Trim, wo wir am Sonntag waren. (Ich war da letztes Jahr schonmal mit Fanja und ihrer Mutter.) Jede Menge Ruinen entlang eines romantischen Flusses inmitten grüner Schafweiden. Dort haben sie Braveheart gedreht, und an der Kasse des Schlosses gibt's auch ein Fotoalbum zum Ausleihen mit lauter Bildern von den Dreharbeiten.

From Trim mit Karo

Trim selbst ist ein verschlafenes Nest, aber die alte Burg, und ein Stück weiter den Fluss runter die Ruine der Kathedrale und das Kloster auf der anderen Seite des Flusses, das macht schon was her. Alte Steine.

From Trim mit Karo

Nach dem Besuch der Kathedrale sassen wir dann am frühen Nachmittag in einem knutschigen kleinen Pub und rangen kurz mit uns, ob man um halb drei schon Whisky trinken kann. (Man kann.) Nebenbei schauten wir in der Glotze ein Rugbyspiel, Bath gegen Paris. Welche Trikotfarbe ist denn wohl die absolut un-machohafteste, die man sich für ein Rugbyteam vorstellen kann?---Richtig, Paris spielt in knallrosa...

Friday, October 16, 2009

Mendelssohn

Viel zu erzählen von den letzten Wochen! Zwei schöne Konzerte mit dem Chor, im Rahmen des Orgelfestivals Pipeworks, bei dem wir an zwei Donnerstagen nacheinander Mendelssohn (hrm...) und Bach (juhuu!) gesungen haben. Ina war beim zweiten Konzert gerade hier, und behauptet, die deutsche Aussprache meines Chores sei ziemlich gut gewesen. (Und der sehr freundlich deutsche Botschafter, mit dem wir beim Empfang nach dem Konzert noch plauderten, sagte das gleiche.)

Jetzt proben wir seit zwei Wochen für einen Chorwettbewerb im November in Sligo, so ein bisschen Sammelsurium: ein Mendelssohn (riischteeh miisch Goot!), ein Monteverdi, ein Jennefeldt... Und ich soll den ganzen Kram auswendig lernen! Naja, sind ja noch vier Wochen bis zum Wettbewerb.

Derweil ist erstmal Karo zu Besuch, die aber gerade mit Schnupfen im Bett liegt, derweil ich mich aufzuraffen versuche, irgendwas leckeres zu kochen. Für morgen ist gutes Wetter angesagt, wir sollten also sehen, dass wir raus kommen. Vielleicht gibt's dann sogar Fotos!

Nächstes Wochenende bin ich dann wieder in Karlsruhe, bleibe sogar bis Montag. Wer da in der Nähe ist und Zeit hat: anrufen!

Und ich hab Up! gesehen, den neuen Pixar-Film. Dreimal mittlerweile, dank der freundlichen Abokarte für Umsonst-ins-Kino-Gehen. Grossartiger Film, einer der besseren Pixars (und das heisst viel bei der Firma, deren zehn Film allesamt ganz grosse Kunst sind). Dieser hier ist es wert allein wegen der ersten zehn Minuten.

Friday, September 18, 2009

Westfälische Woche

Lustiger Zufall diese Woche: David R., ein Schulfreund, war für ein paar Tage geschäftlich in Dublin. Wir haben uns Mittwoch zum Mittagessen getroffen und gute zwei Stunden geplaudert---anscheinend war das nicht das erste Mal, dass wir uns seit dem zehnjährigen Abitreffen gesehen haben, aber ich hatte den Kaffee in Karlsruhe (2002?) komplett vergessen.

Und am selben Abend bin ich auch noch für ein Glas mit Harry S. ausgegangen, der nach seiner Reisegruppe am letzten Tag der Irlandfahrt in Dublin Station machte. (Harry ist mein ehemaliger Französischlehrer, für die, die's nicht wissen.) So viel Schulzeit auf einmal motiviert mich jetzt gerade richtig, die Organisation für's Abitreffen endlich mal in Angriff zu nehmen. Mir fehlen noch jede Menge Mailadressen...

Heute Abend ist Marlies' Abschiedsfeier, und morgen muss ich früh los zum Planungswochenende meines Chors, irgendwo auf dem Land in Anner Castle. Hoffentlich ist schönes Wetter.

Monday, September 14, 2009

Sommer in Irland

From Maynooth Walk

Das Foto hat zwar nichts damit zu tun (es ist vom Spaziergang in Maynooth Anfang Mai), aber: hier ist Sommer! Die ganze letzte Woche war es warm und sonnig, und am Wochenende dann zwei Tage strahlend blauer Himmel. Beim samstäglichen Bereitschaftsdienst habe ich mal wieder zwei Stunden lang auf meinem Balkon in der Sonne gegrillt. Sonntag hatte ich ja Chorprobe, aber auch da haben wir die halbe Stunde Mittagspause im St. Stephen's Green verbracht, uns vom Parkwächter von einer Grünfläche auf die nächste scheuchen lassen, und die Wärme genossen.

Die deutsche Aussprache meines Chors wird jetzt doch gar nicht so schlecht, wie ich befürchtet hatte. Wir müssen vielleicht dem einen Bass noch das Dienet dem Herrn mit Fürcht abgewöhnen, aber besser als weiland das Riischte-miisch-Gott aus Paris sind wir schon jetzt. Ist auch gut so, wo doch nächste Woche Donnerstag schon das erste Konzert ist!

Monday, September 7, 2009

Vermisst?

Immerhin einer meiner sicherlich zahlreichen Leser hat sich jetzt mal beschwert, dass ich seit über einem Monat nichts neues geschrieben habe. Stimmt, danke für die Erinnerung...

Die lange Stille liegt sicher zum Teil daran, dass ich viel Zeit damit verbracht habe, zu Hause meine Wunden zu lecken, nachdem mal wieder eine Beziehung vor die Wand gefahren ist. Ich bin froh, dass die Chor-Sommerpause jetzt endlich vorbei ist und ich immerhin diesen regelmässigen Sozialtermin wieder habe.

From Amsterdam August 2009

Aber eigentlich gab's auch so ein paar interessante Sachen zu erzählen. Zum einen das schöne Wochenende in Amsterdam bei Ina, zum Babywatching (`Das ist das allerschönste Baby der Welt! Nein wirklich!'), Kaffeetrinken, Van-Gogh-Museum Anschauen und im Ijsselmeer Schwimmen. Und wir waren im Paleis, in dem es eine hinreissende alte Weltkarte im Marmorboden des grossen Saals gibt, von der sie leider weder Poster noch Postkarten verkauften.

Dann war Annette für drei Wochen in Irland, und ich wollte sie für zwei Tage in ihrem Ferienhaus an der Westküste besuchen. Daraus wurde dann im letzten Moment nicht, weil ich mit Fieber und Durchfall im Bett lag und statt zweier Tage am Meer die Zeit mit DVDs und Büchern verbracht habe. Immerhin habe ich auf diese Weise jetzt endlich einmal die His Dark Materials Trilogie gelesen, deren erster Teil vorletztes Jahr als The Golden Compass verfilmt wurde. Gefällt mir ziemlich gut, also eine herzliche Empfehlung.

Am vorletzten Wochenende dann diese Chorproduktion: ein irischer Komponist hat ein Stück geschrieben auf einen Text von Nelson Mandela, irgendwo halber Strecke zwischen Popkitsch und World-Music-Dudelei, und die Produzenten brauchten einen Chor. Also stand ich am Samstag ein paar Stunden in dem Aufnahmestudio, in dem auch U2 immer aufnimmt, das hier gleich um's Eck liegt, und sang vor mich hin.

From Week-end in Connemara

Und am vergangenen Wochenende war dann die Hochzeit von Emer, aus dem Chor, im Connemara. Die kirchliche Trauung am Freitag Nachmittag war zwar sehr katholisch, aber die Musik, grösstenteils unser Chor, war ganz gut ausgewählt. Gegen Abend dann ein sehr schönes Dinner in einem Hotel direkt am Meer, bei dem ich neben einem Paar wahnsinnig netter und interessanter Modedesigner aus London sass, gefolgt von einer durchtanzten Nacht. Der DJ spielte zum Abschluss (um halb fünf, als der Hotelmanager kam und um Ruhe bat) die irische Nationalhymne---hatte ich noch nie gehört, war also halbwegs überrascht, als plötzlich fast alle anderen auf der Tanzfläche mit Head-Banging aufhörten und auf gälisch sangen.

Am Samstag haben wir nach dem späten Frühstück dann die selbe Wanderung im Connemara National Park gemacht, die ich mit Fanja schon Ostern 2008 entdeckt hatte: immer noch schön, und genau das richtige für einen langsamen Postnuptialis. Und abends wieder Feierei mit dem Rest der Hochzeitsgesellschaft, zuerst gab es ein paar depressive irische Lieder, dann ein paar lustige irische Lieder, und dann kümmerte sich der unglaubliche Pianist darum, die komplette Musik aus The Sound of Music durchgesungen zu bekommen.

Und dann noch auf dem Rückweg nach Dublin: David, der sehr irische Musikwissenschaftler mit dem englischen Akzent, der leider bald nach Australien zieht, um dort seiner Forschung über Johann Strauss (oder Richard? oder den Sohn?) nachzugehen: er ist grosser Fan von Hurling, der irischsten aller seltsamen Sportarten. Also mussten wir auf halber Strecke in einem Pub einkehren, etwas essen und das Finale der All Irish Senior Hurling Championships im Fernsehen anschauen. Und, was soll ich sagen, das ist ein richtig klasse Sport, sehr schnell und beeindruckend.

Also, soviel mal. Meine nächsten Pläne: Team-Event mit District 9 morgen; Chorwochenende hier; Chor-Planungswochenende in einem Schloss irgendwo auf dem Land die Woche drauf, und am letzten Septemberwochenende bin ich dann endlich mal wieder in Karlsruhe.